Branchen-Infos

Als offene Plattform für den partnerschaftlichen Dialog und die Vertretung der Belange der Logistikimmobilienbranche veröffentlicht Logix Wissenswertes aus dem Kreis der Sponsoren, Medien- und Kooperationspartner.

Logix stellt Standortkompass vor

Logivest

10. Okt 2018

Auf der  Expo Real, der Internationalen Messe für Immobilien und Investitionen, stellte die Initiative Logistikimmobilien die dritte von ihr initiierte Studie vor. Darin untersuchen die Autoren erstmals die beiden für eine Logistikansiedlung entscheidenden Faktoren, nämlich Flächen- und Arbeitskräfteverfügbarkeit. Die Ergebnisse bestätigen für die Logistikregionen Deutschlands den eklatanten Mangel in beiden Bereichen.

Kernaufgabe der neuen Studie war es, die Unterschiede in den regionalen Flächen- und Arbeitskräftepotentialen für Logistikimmobilien zu analysieren. Die Basis der Untersuchung bildeten dabei die 23 Logistikregionen Deutschlands, die seit 2009 von Fraunhofer SCS identifiziert und veröffentlicht werden.

Anhand von statistischen Kennzahlen und eigens durch die Autoren Dr. Alexander Nehm (Logivest Concept) und Uwe Veres-Homm (Fraunhofer SCS) erhobenen Daten wurden die Logistikregionen in neun Cluster eingestuft, die jeweils für eine unterschiedliche Situation im Bereich Flächen- und Arbeitskräfteverfügbarkeit stehen.

Die Ergebnisse zeigen deutlich, wie akut die Knappheit in beiden Bereichen bereits ausgeprägt ist: Keine einzige Logistikregion in Deutschland verfügt demnach gleichzeitig über hohe Flächen- und Arbeitskräftepotentiale. Somit stehen alle bedeutenden Logistikstandorte schon heute vor spürbaren Herausforderungen und weisen entsprechende Engpässe auf.

Zudem fällt ein deutliches Nord-Süd-Gefälle in Bezug auf beide Angebotsfaktoren auf:  In Baden-Württemberg und Bayern bzw. den Regionen Donau, München, Nürnberg, Rhein-Neckar, Stuttgart und Schwaben sind bereits heute sowohl massive Probleme bei der Flächenverfügbarkeit als auch bei der Gewinnung von Arbeitskräften zu beobachten.

Größere Flächen- und Arbeitskräftepotentiale ließen sich hingegen oberhalb des Mains, vor allem im Osten und Nordwesten der Republik ermitteln. So existieren in den Regionen Bremen, Erfurt und Leipzig/Halle in Bezug auf logistikaffine Gewerbeflächen noch die größten Potentiale. Hinsichtlich der Arbeitskräfteverfügbarkeit konnte in Berlin, der Region Niederrhein und im östlichen Ruhrgebiet noch eine relativ gute Situation für die Rekrutierung neuer Lagerfachkräfte abgeleitet werden. Zusammen mit der dort im Mittelfeld eingestuften Flächensituation können diese drei Regionen die insgesamt besten Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung vorweisen.

Mit Hamburg und der Rhein-Main-Region wurden zwei der drei wichtigsten Logistikregionen Deutschlands in Bezug auf die Flächenverfügbarkeit kritisch eingestuft, wenngleich das Arbeitskräftepotential hier im Vergleich zu den anderen Logistikregionen noch ausreichend erscheint. Hingegen zeigt die Region Erfurt aufgrund ihres in den letzten Jahren sehr dynamischen Ansiedlungsgeschehens einen akuten Engpass bzgl. weiterer Lagerfachkräfte, verfügt aber auf der Flächenseite noch über ein relativ hohes Potential.

Die Studie schließt mit konkreten Lösungsansätzen für Städte und Kommunen ab. Dabei wird deutlich, dass vor allem in Bezug auf die gewerbliche Flächenplanung und -erschließung die größten Potentiale vor allem in einer engeren Kooperation der Kommunen untereinander liegen.

Dr. Malte-Maria Münchow, Sprecher der Logix Initiative, kommentierte die Ergebnisse so: „Die Studie ist im Ergebnis überraschend und alarmierend zugleich. Wie weit Logistikansiedlungen bereits heute von Flächen- und/oder Arbeitskräftemangel beeinträchtigt werden unterstreicht die Notwendigkeit, dass alle Beteiligten gemeinsam Lösungen entwickeln. Vor dem Hintergrund des weiterhin sehr hohen Bedarfs an neuen Logistikflächen sind vor allem Städte und Kommunen gefordert, neue Flächen auszuweisen und hierbei über den eigenen kommunalen oder regionalen Tellerrand hieraus zusammen zu arbeiten.“

Zusätzliche Detailergebnisse sowie Erläuterungen zur methodischen Vorgehensweise sind ausführlich in der Studie beschrieben. Sie kann hier kostenlos heruntergeladen werden, wie auch die erste und zweite Logix-Studie.

Artikel teilen