Zukunfts-Impulse auf der Expo Real 

U30-Vor­träge beim Logix Dinner

Logivest

V.l.n.r: Felix Rei­chel (Drees & Som­mer), Janine Zim­mer­mann (Vor­stän­din bei Logix), Malte-Maria Mün­chow (Logix-Spre­cher), Anto­nia Hart­mann (Deut­sche Post und DHL) und Frie­de­rike Motz­kus (Mad­as­ter).

Beim dies­jäh­ri­gen Logix Din­ner auf der Expo Real stan­den auch Zukunfts­im­pulse auf dem Pro­gramm. Mit zwei U30-Kurz­vor­trä­gen stell­ten junge Fach­leute inno­va­tive Immo­bi­lien- und Nach­hal­tig­keits-Kon­zepte vor.
 
Am 4. Okto­ber, dem ers­ten Mes­se­tag der Expo Real, fand sich das Netz­werk der Initia­tive Logis­tik­im­mo­bi­lien (Logix) erneut zur eta­blier­ten Abend­ver­an­stal­tung, dem Logix Din­ner, ein. In die­sem Jahr bot die­ses zudem eine Bühne für viel­ver­spre­chen­den Nach­wuchs: Bei zwei U30-Vor­trä­gen hat­ten junge Vertreter:innen der Bran­che im Alter von unter 30 Jah­ren Gele­gen­heit, zukunfts­wei­sende Impulse für den Bereich Logis­tik­im­mo­bi­lien zu geben. Die Aus­wahl der Referent:innen erfolgte im Vor­feld durch Logix.
 

blankFrie­de­rike Motz­kus (Mad­as­ter):
Ein Katas­ter für die Kreislaufwirtschaft

Wert­volle Bau-Res­sour­cen enden lei­der immer noch zu häu­fig auf Bau­schutt­de­po­nien, beginnt Frie­de­rike Motz­kus (Mad­as­ter) ihren Vor­trag. Dort blei­ben sie uner­kannt und unge­nutzt. Schade eigent­lich, gerade bei dem Gedan­ken an – bzw. der Hoff­nung auf – eine real funk­tio­nie­rende Kreis­lauf­wirt­schaft. Auch die EU-Taxo­no­mie sieht bereits recht kon­krete Vor­ga­ben für Neu­bau­ten vor. So sol­len min­des­tens 50 Pro­zent eines Gebäu­des aus wie­der­ver­wer­te­ten Mate­ria­lien bestehen. Der Lösungs­an­satz: Mate­ria­lien und Bau­tei­len eine Iden­ti­tät geben.

Denn grund­sätz­lich sei nicht län­ger von linea­ren Wert­schöp­fungs­ket­ten aus­zu­ge­hen. Man müsse statt­des­sen damit begin­nen, in Kreis­läu­fen zu den­ken und diese auch in Daten erfas­sen. Zen­tral für das prä­sen­tierte Kon­zept von Wie­der­ver­wer­tung ist die Idee des Mate­ri­al­ka­tas­ters. Die­ser doku­men­tiert die gesamte gebaute Umwelt, also alle Mate­ria­lien und Bau­teile, und gibt ihnen eine Iden­ti­tät. Nach­ge­hal­ten wer­den dabei alle Bau­teile und Mate­ria­lien eines Gebäu­des, seine CO2-Emis­sio­nen über den gesam­ten Lebens­zy­klus sowie Infor­ma­tio­nen zur Zir­ku­la­ri­tät und Demon­tier­bar­keit. All dies trägt zur Wie­der­ver­wert­bar­keit der ver­wen­de­ten Mate­ria­lien bei und kann schließ­lich für das ESG-Repor­ting genutzt werden.

Eine funk­tio­nie­rende Kreis­lauf­wirt­schaft sei, so das Fazit der Refe­ren­tin, nicht ohne Digi­ta­li­sie­rung und Trans­pa­renz mög­lich. Und zugleich bedarf es der Bereit­schaft, lang exis­tie­rende Kon­zepte zu hin­ter­fra­gen und diese neu zu den­ken. Moti­va­tion und Hin­ter­grund bilde natür­lich der akute öko­lo­gi­sche Hand­lungs­druck. Prak­ti­sche Bei­spiele für die Umset­zung eines sol­chen Kon­zepts gebe es aller­dings bereits, auch in der Logis­tik. Eine aktive Vor­rei­ter­rolle biete den Akteu­ren zugleich Chan­cen der Mitgestaltung.

Frie­de­rike Motz­kus ist seit die­sem Jahr bei Mad­as­ter. Die Online-Platt­form des Star­tups Mad­as­ter regis­triert Gebäude, ein­schließ­lich der Mate­ria­lien und Pro­dukte, die sich in ihnen befin­den. Die Mad­as­ter-Platt­form bie­tet Immo­bi­li­en­ei­gen­tü­mern und ande­ren Sta­ke­hol­dern die Mög­lich­keit, Daten ihrer Immo­bi­lien zu spei­chern, zu ver­wal­ten, anzu­rei­chern und aus­zu­tau­schen. Dies erleich­tert die Wie­der­ver­wen­dung, för­dert intel­li­gen­tes Design und eli­mi­niert Abfall.

 

blankFelix Rei­chel (Drees & Som­mer) und Anto­nia Hart­mann (DPDHL Group):
Form fol­lows human: Den Men­schen nicht außer Acht lassen!

Logis­tik ist kein Selbst­zweck, son­dern ein Mit­tel, die Ver­sor­gung und Pro­duk­ti­vi­tät zu erhö­hen. Res­sour­cen sol­len dabei mög­lichst geschont bzw. effi­zi­ent ein­ge­setzt wer­den. Rich­tet man die­sen Gedan­ken auf den Men­schen, zielt es auf die Human­res­sour­cen ab. Denn diese wer­den auch in Zukunft gebraucht. Trotz tech­no­lo­gi­schem Fort­schritt ist abseh­bar, dass der Mensch  für die Logis­tik von zen­tra­ler Bedeu­tung blei­ben wird.

Mit die­sen Über­le­gun­gen star­te­ten Felix Rei­chel (Drees & Som­mer) und Anto­nia Hart­mann (DPDHL Group) in ihrem Vor­trag zum Thema „Form fol­lows human“. Ziel sei, eine fort­schritt­li­che Arbeits­weise kom­men­der Enkel:innen-Generationen schon jetzt auf den Weg zu brin­gen, um mit klei­nen und gro­ßen Well-Being-Maß­nah­men das Wohl­ge­fühl der Mit­ar­bei­ten­den nicht nur auf dem Papier, son­dern real zu ver­bes­sern. Los geht es bei den klei­nen Din­gen: Für den Wohl­fühl­fak­tor hilft es etwa, Was­ser­spen­der statt bei den Toi­let­ten in einem Bereich mit Auf­ent­halts­cha­rak­ter auf­zu­stel­len – Kaf­fee­ma­schi­nen ste­hen bekann­ter­ma­ßen auch vor­zugs­weise in einer schö­nen Küche. Die Gesprä­che am Was­ser­spen­der sind genauso wich­tig wie die Cof­fee­talks im Büro. Es ent­steht ein Treff­punkt, an dem wert­volle Gesprä­che geführt wer­den kön­nen.  Aus Makro­sicht hel­fen anspruchs­volle und nach­hal­tige Design­ent­schei­dun­gen, sowohl im Gebäude als auch von außen: etwa begrünte Fas­sa­den oder ein ein­la­den­des Foyer stei­gern den Wie­der­erken­nungs­wert der Immo­bi­lie und begüns­ti­gen ein gestei­ger­tes Wert­ge­fühl sowie ein ver­bes­ser­tes Maß an Enga­ge­ment und Iden­ti­fi­ka­tion der Mit­ar­bei­ten­den mit ihrem Unter­neh­men bzw. der Arbeitsstätte.

Folg­lich kann nicht nur ein funk­tio­nell opti­mier­tes Gebäude die Pro­duk­ti­vi­tät stei­gern, son­dern eben auch eines, dass auf die Bedürf­nisse der Mit­ar­bei­ten­den hin opti­miert ist. Der Fokus inno­va­ti­ver Logis­tik­im­mo­bi­lien liegt daher idea­ler­weise nicht nur auf der „func­tion“, son­dern auch auf den „humans“.

Heute zwei­fel­los in der Logis­tik ange­kom­men, stu­dier­ten die bei­den Referent:innen Wirt­schafts­in­ge­nieur­we­sen gemein­sam an der TU Dres­den.  Aktu­ell ist Felix Rei­chel Pro­jekt­ma­na­ger in der Logis­tik  bei Drees & Som­mer und betrach­tet Logis­tik­im­mo­bi­lien als Pro­jekt­steue­rer aus der Bau­her­ren-Sicht. Anto­nia Hart­mann ist als Dis­po­nen­tin der Betriebs­tech­nik in einem frisch errich­te­ten DHL-Paket­zen­trum tätig.

 

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