Presse-Infos

Die Logix Initia­tive betreibt aktive Öffent­lich­keits­ar­beit und bringt mit­hilfe der Kom­pe­tenz ihrer Mit­glie­der kon­ti­nu­ier­lich ihre Posi­tio­nen zum Thema Logis­tik­im­mo­bi­lien über die ein­schlä­gi­gen Fach­me­dien ein.

Ver­sor­gungs­si­cher­heit: Logis­tik­flä­chen gewin­nen an Bedeutung 

Logivest

06. Okt 2018

Durch die anhal­tende Mate­ri­al­knapp­heit sowie den zuneh­men­den Per­so­nal­man­gel im Wirt­schafts­be­reich Logis­tik ste­hen die glo­ba­len Waren- und Lie­fer­ket­ten aktu­ell stark unter Druck. Ent­spre­chend gewin­nen Stra­te­gien zur Regio­na­li­sie­rung und dem Aus­bau loka­ler Bevor­ra­tungs­struk­tu­ren immer mehr an Bedeu­tung. Hier­bei spie­len Logis­tik­im­mo­bi­lien in Form von Lager‑, Umschlags- und Dis­tri­bu­ti­ons­zen­tren eine ganz wesent­li­che Rolle. Sie die­nen inner­halb der Sup­ply Chain der Auf­recht­erhal­tung der Ver­sor­gungs­si­cher­heit sowie der wirt­schaft­li­chen Sta­bi­li­tät und des Wachs­tums. Um die­ser Funk­tion gerecht wer­den zu kön­nen, braucht es bei Ansied­lungs­vor­ha­ben von Logis­tik­im­mo­bi­lien in der brei­ten öffent­li­chen Wahr­neh­mung aller­dings mehr Akzeptanz. 

 

Die Nach­wir­kun­gen der Corona-Pan­de­mie sowie die anhal­tende Per­so­nal­knapp­heit im Wirt­schafts­be­reich Logis­tik stel­len die inter­na­tio­na­len Waren- und Lie­fer­ket­ten vor große Her­aus­for­de­run­gen. Im Ver­ei­nig­ten König­reich sind Tank­stel­len lan­des­weit von einer Treib­stoff­knapp­heit betrof­fen, da aktu­ell bis zu 100.000 Lkw-Fahrer*Innen feh­len. In vie­len Super­märk­ten fehlt es an Ware, Milch­bau­ern blei­ben auf ihrer Milch sit­zen, Möbel­häu­sern feh­len Matrat­zen und in Klär­an­la­gen man­gelt es an wich­ti­gen Chemikalien. 

 

Auch in Deutsch­land sind viele Unter­neh­men bran­chen­über­grei­fend vom Wan­del der Lie­fer­struk­tu­ren und dem damit ein­her­ge­hen­den Man­gel an Roh­stof­fen und Bau­tei­len betrof­fen. Die Eng­pässe betref­fen Vor­pro­dukte wie Stahl, Kunst­stoffe oder Mikro­chips, aber auch Roh­stoffe wie Holz. Beson­ders der Man­gel an Chips macht Unter­neh­men zu schaf­fen. Laut aktu­el­ler Umfrage des Ifo-Insti­tuts kom­men vier von fünf Her­stel­ler von Elek­tro-Pro­duk­ten mit der Fer­ti­gung nicht hin­ter­her – der höchste bis­her vom Ifo-Insti­tut ermit­telte Wert. Der Haus­halts­ge­räte-Her­stel­ler Miele sowie die Auto­bauer Volks­wa­gen, Daim­ler und BMW ver­ord­ne­ten Kurz­ar­beit, Opel musste bereits ein Pro­duk­ti­ons­werk in Deutsch­land schlie­ßen. Die wirt­schaft­li­chen Schä­den der Mate­ri­al­knapp­heit machen sich auch volks­wirt­schaft­lich bemerk­bar: So kor­ri­gierte das Ifo-Insti­tut jüngst seine Kon­junk­tur­pro­gnose für das lau­fende Jahr auf­grund der Eng­pässe um 0,4 Pro­zent nach unten. 

 

Vie­ler­orts reagie­ren Unter­neh­men mit einem Aus­bau der hei­mi­schen Pro­duk­ti­ons- und/oder Bevor­ra­tungs­struk­tu­ren. Sol­che „Local Sourcing“-Strategien sind vor allem im Bereich der Halb­lei­ter-Indus­trie gefragt, betref­fen aber auch andere Bran­chen, um eine künf­tige Ver­sor­gungs­si­cher­heit auch in Kri­sen­fäl­len gewähr­leis­ten zu können. 

 

„Die Dis­rup­tio­nen bei den Lie­fer­ket­ten sowie die Knapp­heit an Vor­pro­duk­ten erfor­dern eine zusätz­li­che Lager­hal­tung sowie eine höhere Anzahl an Zulie­fe­rern, am bes­ten in der Nähe des eige­nen Stand­or­tes und in geo­gra­fisch unter­schied­li­chen Regio­nen. Zudem ist die hei­mi­sche Pro­duk­tion bes­ser zu kon­trol­lie­ren als in Schwel­len­län­dern mit zuneh­men­den Pro­ble­men wie Zöl­len, Wäh­rungs­schwan­kun­gen, Büro­kra­tie sowie man­geln­der Pla­nungs- und Rechts­si­cher­heit“, erklärt Rai­ner Koepke, Mana­ging Direc­tor sowie Head of Indus­trial & Logistics Ger­many bei CBRE. 

 

Eine sol­che Umstruk­tu­rie­rung der Sup­ply Chains mit einer Abkehr vom bis­lang vor­herr­schen­den „Just-in-time“-Prinzip hat spür­bare Aus­wir­kun­gen auf die Logis­tik­im­mo­bi­lien-Wirt­schaft. Denn ein Aus­bau der regio­na­len Bevor­ra­tung bedeu­tet eine erhöhte Nach­frage nach Lager- und Logis­tik­flä­chen, auf denen Güter und Pro­dukte gela­gert und ver­ar­bei­tet werden. 

 

„Durch die Fracht­kos­ten­ex­plo­sion, die höhe­ren Risi­ken und die Anglei­chung der Lohn­kos­ten lohnt sich eine weit ent­fernte Pro­duk­tion immer weni­ger. Dar­aus erge­ben sich Poten­ziale ins­be­son­dere für Logis­tik­dienst­leis­ter, indem sie neben Lager- auch Mon­tage- oder Pro­duk­ti­ons­schritte über­neh­men und diese vor Ort in der Nähe der Kun­den anbie­ten. Dies wird einen Nach­fra­ge­schub geben nach Logis­tik-Dienst­leis­tun­gen und ‑Flä­chen“, sagt Prof. Dr. Chris­tian Kille von der Hoch­schule für ange­wandte Wis­sen­schaf­ten Würz­burg-Schwein­furt FHWS. 

 

„Die Situa­tion der Logis­tik hat sich in den letz­ten zwei Jah­ren enorm ver­än­dert. Inter­na­tio­nale Lie­fer­ket­ten, über Jahre auf­ge­baut und eta­bliert, haben auch durch die Corona-Pan­de­mie an Sta­bi­li­tät ver­lo­ren. Waren­knapp­heit, Lie­fer­eng­pässe und, damit ein­her­ge­hend, Pro­duk­ti­ons­aus­fälle, sind die Folge. Natür­lich führt dies bei vie­len Unter­neh­men zu einem Hin­ter­fra­gen der Logis­tik­stra­te­gie. Gerade die inter­na­tio­na­len Sup­ply Chains ste­hen auf dem Prüf­stand, doch unser Han­del ist und bleibt nun mal glo­bal. Und so wird der Bedarf an soge­nann­ten regio­na­len Puf­fer­la­gern zum Aus­gleich von Lie­fer­schwan­kun­gen wei­ter anstei­gen”, bestä­tigt Kuno Neu­meier, CEO der Logi­vest Gruppe.

 

Den­noch ringt die Logis­tik­im­mo­bi­lien-Wirt­schaft mit einer Viel­zahl an Her­aus­for­de­run­gen, die einen raschen Flä­chen­aus­bau brem­sen. Zum einen kämp­fen Pro­jekt­ent­wick­ler und Nut­zer mit einem lan­des­wei­ten, aku­ten Grund­stücks­man­gel, allem voran in den stra­te­gisch wich­ti­gen Städ­ten und Bal­lungs­zen­tren. Zudem sto­ßen Logis­tik­im­mo­bi­lien und Ansied­lungs­vor­ha­ben nach wie vor auf Vor­be­halte in den Kom­mu­nen sowie bei der Bevölkerung. 

 

Um die­ser Pro­ble­ma­tik zu begeg­nen, setzt sich die Initia­tive Logis­tik­im­mo­bi­lien (Logix) für eine Erhö­hung des Stel­len­wer­tes sowie der Akzep­tanz von Logis­tik­im­mo­bi­lien in Fach­krei­sen und in der brei­ten Öffent­lich­keit ein. Neben der Ver­gabe des Logix Award für die beste Logis­tik­im­mo­bi­lien-Ent­wick­lung der ver­gan­ge­nen zwei Jahre enga­giert sie sich in Form der For­schungs- und Publi­ka­ti­ons­ar­beit sowie mit einem pro­ak­ti­ven Dia­log mit den Kommunen. 

 

„Logis­tik­im­mo­bi­lien sind zen­tra­ler Bestand­teil einer funk­tio­nie­ren Wirt­schaft und für die Ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung. Die jüngs­ten Ent­wick­lun­gen rund um die Corona-Krise, den Bre­xit und die Arbeits­kräf­te­knapp­heit haben diese Bedeu­tung noch ein­mal bestä­tigt. Um auch in Zukunft die Ver­sor­gungs­si­cher­heit gewähr­leis­ten zu kön­nen, wird an einem Aus­bau der Logis­tik­flä­chen kein Weg vor­bei­füh­ren. Hier ist auch die Poli­tik gefragt, den Aus­bau der Logis­tik­in­fra­struk­tur zu unter­stüt­zen“, sagt Dr. Malte-Maria Mün­chow, Spre­cher der Initia­tive Logis­tik­im­mo­bi­lien (Logix) sowie Lei­tung An- und Ver­kauf Spe­zi­al­im­mo­bi­lien, Deka Immo­bi­lien Invest­ment GmbH. 

 

In 2021 enga­gierte sich die Logix Initia­tive für die vom Deut­schen Städte- und Gemein­de­bund (DStGB) her­aus­ge­ge­bene Stu­die „Logis­tik in der Kom­mune“. Dafür hatte der DStGB gemein­sam mit Logix eine Umfrage unter Kom­mu­nen deutsch­land­weit zu ihrer Sicht auf Logis­tik durch­ge­führt. Mit ihren eige­nen Ver­öf­fent­li­chun­gen stellt die Logix Initia­tive Grund­la­gen-Arbei­ten rund um Logis­tik­im­mo­bi­lien zur Ver­fü­gung und greift aktu­elle The­men wie z. B. den Kli­ma­wan­del auf. 

 

Alle Ver­öf­fent­li­chun­gen ste­hen kos­ten­los unter www.logix-award.de/forschung bzw. www.logix-award.de/download zur Ver­fü­gung. Am 11. Okto­ber 2021 ver­leiht Logix zum ins­ge­samt fünf­ten Mal den Logix Award auf der Immo­bi­li­en­fach­messe Expo Real in München. 

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